Triebwagen der Flachstrecke

Die drei Elektro-Triebwagen der Flachstrecke sind die einzigen ihrer Art und werden im Nummernsystem der Deutschen Bahn AG als Baureihe ET 479 bezeichnet. So gleich wie sie auf dem 2002 aufgenommenen Bild aussehen, ist ihre Herkunft ganz und gar nicht. Jeder von ihnen hat seine eigene, faszinierende Geschichte, die geprägt ist von der ständigen Geldnot der Bergbahnbetreiber und  wirtschaftlichen Zwängen. So kam zu DDR- Zeiten die Deutsche Reichsbahn als Betreiber in die Situation, unbedingt neue Fahrzeuge beschaffen zu müssen. Jedoch gab es nie eine Freigabe für solch ein Vorhaben. Also umging man den “Neubau” und beauftragte “Umbauten”. Das Reichsbahnausbesserungswerk (Raw) Berlin-Schöneweide, das diese Triebwagen und Beiwagen betreute und für die Instandsetzung der Berliner S-Bahn verantwortlich war, durfte keine Neubauten ausführen, jedoch Umbauten (Rekonstruktionen) vornehmen. So entstanden nacheinander drei nahezu identische Fahrzeuge, die ganz “zufällig” den S-Bahn-Zügen der Baureihe 476/477 (ex. 276) ähnlich sind und gleiche Front- und Seitenteile haben sowie gleiche zweiflügliche Schiebetüren.

Technische Daten für ET 479 201 und 203

Achsfolge

B 0

Achsstand

6.500 mm

Länge über Puffer

11.600 mm

Raddurchmesser

900 mm

Dienstmasse

19,5 t

Bremsgewicht

15,5 t

Bremshundertstel

79

Stromsystem

600 V Gleichstrom

Antriebsleistung

2 x 60 kW Gleichstrom-Reihenschlussmotoren

Höchstgeschwindigkeit

50 km/h

Sitzplätze

24

Stehplätze

60

Bremsen

2 Handbremsen

 

elektrische Widerstandsbremse

 

Druckluftbremse Bauart Knorr “KpBr”

 

Bremsstellung “P”

Sicherheitsfahrschaltung

Bauart “Sifa 86”



Geschichte des ET 479 201-6

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ET 188 531 im Jahr 1960, Sammlung Michael Kurth, EK-Verlag

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21.12.1970 in der Werkhalle des Raw Berlin-Schöneweide, Foto: Hans Schubert

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ET 201-06 am Behelfsbahnsteig 2002.Foto: Mario Ehrlich

Bezeichnung

Jahr

Ereignis

Wo

ET 188 531

1923

Indienststellung, Einzelstück, speziell für die Bergbahn gebaut; außermittig angeordneter Stromabnehmer

Waggonfabrik Gotha; Bergman-Borsig, Berlin

ET 279 201-8

1969

Umstellung auf neues Nummernsystem der DR

vor Ort

 

1970

Neubau (pro Forma Umbau) in moderne Form (ähnlich der S-Bahn)

Raw Berlin-Schöneweide

 

1982

09.09.82 - 31.01.83 Umbau in heutige Form, Versuchsträger für  Seiten-Fenster der S-Bahn Berlin, hat etwas anderen Fahrzeugrahmen als 479 203 + 205 und andere Fenster bis heute behalten

Raw Berlin-Schöneweide

ET 479 201-6

1992

neue Nummer

vor Ort

 

2008

Hauptuntersuchung und Modernisierung, neu: Türantriebe, Hilfsbetriebe,  Bordelektrik, Heizung/Lüftung, Luftverdichter, elektr. Vorheizung

FWM Fahrzeugwerke Miraustraße Berlin

Geschichte des ET 479 203-2

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Die Straßenbahn auf der Flachstrecke nachgerüstet mit Pufferbohle und Puffern 1960, EK-Verlag

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479 293-4 1971 nach der Hauptinstandsetzung u.a. mit großen Scheinwerfern, Foto: Hans Schubert

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497 203-02 im Dez.2008 in Lichtenhain nach Hauptuntersuchung u. Modernisierung, Foto: G. Kretzschmar

Bezeichnung

Jahr

Ereignis

Wo

Straßenbahn Nr. 939

1909

Indienststellung für die Leipziger Verkehrsbetriebe

Hersteller: Waggonfabrik P.Herbrandt, Köln; AEG Berlin

ET 188 701

1955

Umbau und Anpassung an die Verhältnisse der Oberweißbacher Bergbahn, z.B. Anbau einer Pufferbohle

Raw Gotha

ET 188 701

1963

Umbau in eine neue moderne Form, Anpassung der Elektrik und Steuerung an ET 188 531

Raw Berlin-Schöneweide

ET 279 203-4

1969

neues Nummernsystem der DR

vor Ort

 

1984 / 1985

Neubau in Form S-Bahn Berlin, Serienbauteile S-Bahn und Gothaer-Straßenbahn, Verschrottung Ursprungsfahrzeug

Raw Berlin-Schöneweide

ET 479 203-2

1992

Neue Nummer

 

 

2008

Hauptuntersuchung und Modernisierung, neu: Türantriebe, Hilfsbetriebe,  Bordelektrik, Heizung/Lüftung, Luftverdichter, elektr. Vorheizung                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

FWM Fahrzeugwerke Miraustraße Berlin

Geschichte des ET 479 205-7

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Der Steuerwagen ET 279 202-6 im Jahr 1987 in Lichtenhain, Foto: Hans Schubert

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ET 279 205-9 Mitte der 80erJahre in neuer Farbgebung der Berliner S-Bahn, Foto: Weise, EK-Verlag

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Der Oliätenwagen nach seiner Einweihung im Juni 2016 Foto: I. Schneider

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Der Innenraum des Olitätenwagens - ein Stück Natur auf Schienen, Foto. S. Neukirch

Bezeichnung

Jahr

Ereignis

Wo

VB 140 518

 

Verbrennungs-Triebwagen-Beiwagen der ex. Niederbarnimer Eisenbahn

 

ES 279 202-6

1974

Umbau zum Steuerwagen für die Oberweißbacher Bergbahn

Raw Berlin-Schöneweide

ET 279 205-9

1983 / 1984

"Umbau" zum Triebwagen, baugleich Tw 279 203-4, neue Form (S-Bahn Berlin), Serienbauteile S-Bahn, Neubau vom 14.04.1983 bis 31.01.1984

Raw Berlin-Schöneweide

ET 479 205-7

1992

neue Nummer

 

 

2008

stillgelegt nach Ablauf der Frist, vorläufig keine Aufarbeitung

 

 

2015/16

Mit Bestellung vom 30.06.2015 ist der Auftrag an Fahrzeugwerke Miraustraße erteilt, das Fahrzeug zum Aussichtswagen umzubauen. Der Triebwagen bekommt den Namen "Olitätenwagen". Der Wagen wird thematisch ausgestaltet, passend zur Olitäten-Region.

Einweihungsfahrt Olitätenwagen

FWM Hennigsdorf

     
     
  1. Juni 2016  

Tipp: Bergbahn-Tagesticket

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